Rainer Gräter im Deutschen Gesundheitsfernsehen: Die Honorarsituation der Hausärzte muss endlich ihrem hohen Ansehen entsprechen.

DGF Der Talk zum Thema Patient Hausarzt
Erstausstrahlung: 16. März 2008, 12.00 Uhr
Hamburg, 13. März 2008 Die Honorarsituation der Hausärzte muss endlich dem hohen Ansehen in der Bevölkerung angeglichen werden, fordert Rainer Gräter, Allgemeinarzt und Mitbegründer des Ärztenetzwerks MEDI Verbund, im Deutschen Gesundheitsfernsehen. Die Diskrepanz zwischen der Anerkennung seines Berufsstandes in der Öffentlichkeit und dem finanziellen Ergebnis in den Praxen sei enorm. In der bekannten Allensbacher Skala wurde Ärzten auch 2008 wieder das höchste Berufsprestige zugesprochen mit großem Abstand zu allen anderen Berufen.
Gerade weil Hausärzte am meisten Patientenkontakt hätten, sei es unverständlich, warum sie im Vergleich zu den meisten Fachärzten finanziell gesehen auf dem Abstiegsplatz stünden, so Gräter in der Sendung DGF Der Talk. Sein Kollege Dr. Harro Böckmann, Hausarzt und Geschäftsführer des Verbunds Qualitätspraxen GmbH, warnt im Gespräch mit Moderatorin Désirée Bethge: Wenn wir unseren Beruf nicht attraktiv machen, bekommen wir bald keinen Nachwuchs mehr. Böckmann, der in seiner Praxis auch Studenten ausbildet, merke, dass sich diese fast ausschließlich für eine Facharztausbildung entscheiden oder in die Industrie gehen würden. Mittlerweile müsste der Großteil der Hausärzte befürchten, keinen Nachfolger für die eigene Praxis zu finden. Von der Unterstützung, die den Hausärzten im Rahmen der Gesundheitsreform zugesagt wurde, spüren Gräter und Böckmann derweilen nichts. Ganz im Gegenteil, sagt Gräter. Seit zehn Jahren werden uns Hausärzten immer wieder Versprechungen gemacht.