Dr. Jürgen Brater warnt im Deutschen Gesundheitsfernsehen: Dauerstress kann die Hirnstruktur verändern.

DGF Der Talk zum Thema Burnout
Ausstrahlung: Dienstag, 29.04.2008, 16.00 Uhr
Hamburg, 28. April 2008 Dauerstress kann die Hirnstruktur verändern, warnt Dr. Jürgen Brater im Deutschen Gesundheitsfernsehen. Das Gehirn passt sich an negative Belastungen an. Aber durch Beanspruchung und Training kann man es langfristig umgestalten und seine Stressresistenz verbessern, erklärt der Mediziner und Autor des Buches Mehr Power in der Sendung DGF Der Talk. Zusammen mit der Diplom-Psychologin Gabriele Bringer vom Berliner Stresszentrum diskutiert er zu Gast bei Moderatorin Désirée Bethge über Stress und Energie.
Spätestens seit Skispringer Sven Hannawald wegen des sogenannten Burnout-Syndroms seine Karriere beendete, ist das Phänomen des Ausgebranntseins ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Das Burnout-Syndrom ist eine Form der Stresserkrankung, ein chronischer Zustand der Erschöpfung, verdeutlicht Gabriele Bringer. Schätzungen zufolge hat bereits jeder vierte Deutsche das Gefühl, der Akku ist leer, so die Experten. Im Berliner Stresszentrum sind es vor allem 25- bis 45-jährige Berufstätige, die Rat suchen. Wer bis 45 das Arbeitsleben gut über die Runden gebracht hat, der hat wohl seine Mechanismen gelernt und weiß, wie man mit Stress umgeht, vermutet Bringer. Einige Berufsgruppen seien dabei stärker betroffen als andere: Soziale Berufe sind stark vertreten, ebenso wie Hausfrauen und Stewardessen. In letzter Zeit gehören auch IT-Fachleute verstärkt zu unseren Patienten. Dass dauerhafter Stress aber nicht bei jedem zwangsläufig zum Burnout führt, erklärt die Psychologin so: Es gibt bestimmte stressverschärfende Eigenschaften, die einen Menschen anfälliger werden lassen, z. B. der Drang nach Perfektionismus oder Anerkennung.
Langfristig gesehen ist Stress aber nicht nur anstrengend sondern auch gesundheitsgefährdend: Man hat keine Zeit mehr, sich zu erholen. Das heißt, man ist immer im Ausnahmezustand. Dadurch bleiben Schadstoffe im Körper zurück, die sich beispielsweise in den Gefäßen festsetzen und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, weiß die Expertin.