Psychiater Schröter-Kunhardt greift Therapiemethoden der Allgemeinmediziner an: Bei Schlafstörungen verschreiben die Hausärzte zu schnell süchtig machende Medikamente.
DGF Der Talk zum Thema Schlaf und Traum
Erstausstrahlung: Sonntag, 11. Mai 2008, 12.00 Uhr
Hamburg, 08. Mai 2008 Bei Schlafstörungen werden vom Hausarzt häufig direkt Medikamente verschrieben, oft auch solche, die süchtig machen, kritisiert Dr. Michael Schröter-Kunhardt im Deutschen Gesundheitsfernsehen gängige Therapiemethoden. Zusammen mit Schlafmediziner Dr. Ingo Fietze diskutiert der Psychiater in der Sendung DGF Der Talk zum Thema Schlaf und Traum.
Die Forschung im Bereich Schlaf sei extrem rückständig, bemängelt Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité: Die Allgemeinbevölkerung weiß noch sehr wenig darüber, weil selbst die Ärzte nicht genügend geschult werden. Schlaf spielt in der Lehre eine untergeordnete Rolle das ist ein systematischer Fehler. Studien belegen, dass zu wenig Schlaf und eine schlechte Schlafqualität negative Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit haben. Schätzungen gehen davon aus, dass 30 Prozent der Deutschen unter Schlafstörungen leiden, erklärt der Mediziner. Jeder zehnte Bundesbürger hat eine chronische Schlafstörung und bei vier Prozent liegt sogar ein behandlungsbedürftiges Schlafproblem vor, so Fietze weiter. Menschen, die über einen längeren Zeitraum unter Schlafstörungen leiden, sollten unbedingt einen Arzt konsultieren, raten die Experten. Sie warnen jedoch gleichzeitig davor, verfrüht starke Arzneimittel einzunehmen. Gerade in einem frühen Stadium seien Medikamente noch nicht nötig, so Ingo Fietze. Der Mediziner empfiehlt den Patienten, erst einmal in die Apotheke zu gehen und sich über die Behandlung mit Baldrian, Hopfen und Johanniskraut zu informieren.